Warum diese f***ing Bindungsangst unsere Beziehungen zerstört – 5 Schritte heraus zu kommen


„Ich kann mich einfach nicht binden!“ Schon mal gehört? Und dann rennt die letzte Affäre zum nächsten Spielpartner oder fängt an zu ghosten. Das nennt man dann Bindungsvermeidung. Rund 50 % der Menschen haben mit Bindungsängsten zu kämpfen und das kann sich in ganz unterschiedlichen Facetten ausdrücken.

Die verschiedenen Gesichter von Bindungsangst:

Bindungstyp 1: Der emotionale Kühlschrank, der einfach kaum Gefühle von sich preisgibt. Macht der so, weil er irgendwann mal gelernt hat: Shit, wenn ich meine Gefühle zeige, geht das nach hinten los und da geht sowieso niemand drauf ein. Bei solchen Menschen sind wir dann immer völlig überrascht, wenn wir dann plötzlich hören, dass sie uns lieben – Schwierig, wenn man davon nur so wenig zu spüren bekommt.

Bindungstyp 2: Das Klammeräffchen: Dieser Bindungstyp lernt jemanden kennen und stellt sich bildlich seine gesamte Zukunft mit dieser Person vor: Verlobung, Hochzeit, Kinder, Familienleben, vielleicht auch in abgespeckter Variante: „So, das Isser! Oder ist Sie!“ Und um dieser Illusion hinterher zu jagen, klammert er sich so sehr an den Partner, damit die eigene Zukunftsversion erfüllt werden kann.


Bindungsangst heißt nicht automatisch, dass man sich nicht binden kann, sondern dass wir einfach strugglen mit der Art und Weise, wie wir uns mit Menschen verbinden und wie unsere Gedankenkarusselle, Gefühle und Ängste uns dann gerne im Weg stehen.

Häufig passiert es auch, dass die Bindungsstile nicht ideal zueinander passen und dass das Beziehungsleben so richtig hart macht.

Hier mal ein Beispiel: Der vermeidende Artgenosse – der emotionale Kühlschrank – hat als Kind für sich das Bild aufgebaut hat, dass sowieso keiner auf ihn eingeht und deshalb angefangen, alles nur mit sich allein auszumachen. Der Klammeraffe hat mit solchen emotionalen Zurückhaltungen besonders zu kämpfen. Deshalb wird es schnell anstrengend für die Beziehung, wenn Klammeraffe auf emotionalen Kühlschrank trifft.

Der Kühlschrank gibt sein Bestes, um alles kalt zu halten und der Klammeraffe macht aus Angst den Partner zu verlieren, alles um das Herz seines Gegenüber zu gewinnen und aufzuwärmen. Der Wunsch nach Nähe und Harmonie ist so groß, dass er dabei schnell vergisst, dass er dabei auch auf seine eigene Selbstliebe achten muss. Häufig verliebt sich der Klammeraffe und landet so in einer Abhängigkeit und stellt ständig in Frage, ob er vom Partner auch wirklich geliebt wird.

Aber wie soll Liebe auf Augenhöhe funktionieren, wenn man sich selbst nicht liebt und eine Beziehung aus einer tiefen Angst heraus eingegangen wird?



Warum die Bindungsangst uns in der Partnerschaft so zu schaffen macht?

Die Liebe ist bei solchen Partnerschaften weniger das Problem – nur diese blöde Bindungsangst, die man doch eigentlich überwinden will. Ein Kampf, den man nur mit viel Selbstreflektion, Kommunikation und Toleranz gewinnen kann.

Der Partner will einen nicht bewusst verletzten, er kann es nur nicht anders, weil er eben genauso handelt, wie er Beziehung kennen gelernt hat:

Entweder so, wie die Eltern als Symbol für die erste Beziehung miteinander umgegangen sind, oder so, wie die eigene Beziehung zu den Eltern oder anderen Bindungspersonen empfunden worden ist.

Wir haben uns also unser ganz eigenes Bild von Beziehung gebaut und spielen das immer und immer wieder nach, nach allen bewussten und auch unbewussten Mustern.


Wege aus der Bindungsangst:

Das Ziel ist also diese Bindungsangst zu überwinden und das kriegen wir auch hin, auch wenn das natürlich ein Prozess ist.


1. Erkenne dein Bindungsmuster und deine Bindungsangst:

Wie bindest du dich? Erkennst Du dich beim Klammeräffchen wieder oder vielleicht eher beim emotionalen Kühlschrank?


2. Stärke die Bindung zu dir Selbst!

Was kannst du dir selbst geben, was Du sonst vielleicht gern vom Partner einfordert? Was liebst du an dir selbst? Dazu kann man vor allem stark mit dem eigenen inneren Kind arbeiten und sich selbst liebevoll umarmen.


3. Mach Dir in der Partnerschaft bewusst,

dass Menschen unterschiedliche Bindungsstile haben und dass das Verhalten deines Partners nicht abhängig von Dir ist, sondern mit seinem ganz eigenen Bild von „Bindung und Beziehung“ zu tun hat.


4. Verstehe Dein eigenes Bild von Bindung und Beziehung:

Wie hast Du deine Eltern erlebt? Welche Beziehung haben Deine Eltern Dir vorgelebt? Wie hast Du die Bindung zu Deinen Eltern erlebt? Was davon erkennst du in Deinen eigenen Partnerschaften wieder?


5. Transformiere Deine Angst!

Was macht Dir Angst? Angst vor Verlusten? Angst vor dem Alleinsein? Angst, dass wenn du Gefühle zeigst, die nicht verstanden werden? Angst, du selbst zu sein? Angst vor Enttäuschung?


Hier ein kraftvolles Tool, dich von Deiner Angst zu lösen:

Nimm Dir dafür ruhig 30 Minuten Zeit!

  1. Scanne mal Deinen Körper. Wo wohnt Deine Angst?
  2. Nimm die Angst einfach mal raus aus Deinem Körper und guck sie dir an.
  3. Ängste sind Energien und bewegen sich: Welche Farbe hat die Angst? Wie groß ist sie? Welche Form hat die Angst? In welche Richtung, selbst wenn nur ganz langsam, bewegt sich deine Angst?
  4. Halte Deine Angst an! Stopp! Dreh sie mal in die entgegengesetzte Richtung. Erst langsam, dann schneller, dann so schnell es geht und noch ein bisschen schneller!
  5. Wie hat sich Deine Angst verändert? Wie sieht sie jetzt aus? Welche Farbe? Welche Form? Welche Größe? Wie fühlt sie sich an?
  6. Wenn du dich gut darauf einlassen konntest, müsste Deine Angst sich transformiert haben und beim Anblick deiner „Angst“ kommen dir jetzt eher neutrale Gefühle!
  7. Setzte die transformierte Angst wieder ein – entweder zurück an den alten Platz, oder gerne auch an einen neuen Platz in deinem Körper!
  8. Wie fühlst es sich jetzt an? Was ist anders, wenn du an Deine Partnerschaft oder generell an Beziehung denkst?

Diese 5 Schritte helfen dir bei deinem Weg raus aus der Bindungsangst. Bindung ist ein super komplexes Thema und geht auf unsere Kindheit zurück, deshalb sitzt diese Angst auch gerne mal ganz tief. Deine Bindungsangst solltest du auf jeden Fall ernst nehmen, vor allem dann, wenn Du Dir anderen Bindungen und Beziehungen wünscht, als die die du gerade lebst.

Ich begleite Dich gerne auf deinem Weg und finde mit dir heraus, welcher Bindungstyp du bist, und was dich blockiert, damit diese fucking Bindungsangst nicht wieder Deine nächste Beziehung zerstört oder sie sogar ganz verhindert.


Ich biete dir ein kostenloses Kennenlerngespräch an, indem wir schon über erste Lösungen sprechen können und in dem ich ganz individuell auf dich eingehen kann. Vereinbare hier einfach einen Termin mit mir.

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Über unsere Gastautorin:

Nadine Kleifges ist professioneller Speaker und Coach und hat sich auf das Thema Bindung spezialisiert. In ihren Praxisräumen in Köln, Online und als auch in ihrem Videokurs, ihren Vorträgen und Seminaren unterstützt sie Menschen ihr eigenes inneres Sicherheitsnetz zu stärken und stabil zu halten und den Weg in eine sichere Bindung zu gehen.


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