Einfacher gute Entscheidungen treffen


Wir alle müssen Entscheidungen treffen und zwar eine ganze Menge pro Tag. Soll ich aufstehen oder 10 Minuten weiterschlafen? Was esse ich zum Frühstück? Was zieh' ich an? Unser Tag besteht aus einer gefühlt unendlichen Abfolge von Entscheidungen, die in ihrer Summe den Kurs unseres Lebens bestimmen.

“We are what we repeatedly do. Success is not an action, it is an habit” – Aristoteles

Im Grunde kann man sagen, dass unser Leben das Ergebnis unserer Entscheidungen ist. Einige große Entscheidungen, aber vor allem, die vielen kleinen Entscheidungen, die wir über den Tag treffen.

Dieser Artikel soll dir helfen in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen. Ich erkläre dir, wie wir für gewöhnlich Entscheidungen treffen, warum wir es häufig gar nicht mitbekommen und mit welchen Tricks und Methoden wir dafür sorgen können immer die besten Entscheidungen zu treffen.


Wie treffen wir Entscheidungen?

Die meisten unserer Entscheidungen treffen wir, ohne dass wir es aktiv mitbekommen. Denn unser Unterbewusstsein ist so viel stärker als wir ahnen. Das Unterbewusstsein hat Zugang zu unserer gesamten Lebenserfahrung, zu unseren Gefühlen und damit zu unserem gesamten Wissensschatz, von dem wir nicht mal mehr wissen, dass er existiert.

Eigentlich ist das auch eine gute Sache, denn wir sind schneller in unseren Reaktionen und sparen damit wertvolle Energie. Jede bewusste Entscheidung die wir treffen müssen, benötigt nämlich Energie und diese haben wir leider nur begrenzt. Wer schon mal zwei Stunden damit verbracht hat das richtige Outfit zu finden und seinen Kleiderschrank auseinander genommen hat, der weiß wie unglaublich erschöpft man danach sein kann.

Daher hat unsere Gehirn das eigentlich ganz geschickt angestellt und lässt gerne mal für die vielen kleineren Dinge den Autopiloten, das Unterbewusstsein, für uns entscheiden.
 

Kleine Entscheidungen trifft das Unterwusstsein

Aber die Sache hat einen Haken:

Denn unser Unterbewusstsein hat ausschließlich ein einziges Interesse, nämlich dass wir überleben. Heutzutage ist es nicht mehr ganz so einfach von einem Säbelzahntiger aufgefressen zu werden, aber unser Gehirn ist immer noch auf dem Stand eines Höhlenbewohners. Die Gefahrenzone von damals können wir heutzutage mit der Komfortzone übersetzen.

Das Unterbewusstsein ist kein Stratege. Es nicht daran interessiert für die Zukunft zu planen und weiß auch nicht was persönliche Weiterentwicklung bedeutet. Für das Unterbewusstsein gibt es nur den jetzigen Moment, in dem es uns glücklich machen will. Es hasst unangenehme Gefühle und will uns so weit es geht davor beschützen. Daher will es uns unbedingt vor Dingen außerhalb unserer Komfortzone fernhalten. Dinge, die Mut erfordern, würden  ja eventuell unangenehme Gefühle hervorrufen und ein gewisses Risiko erfordern.

Das ist z.B. ein Grund dafür, warum wir es manchmal nicht schaffen, Nein zu dem Stück Schokolade oder dem Glas Wein zu sagen, denn das Unterbewusstsein hat bereits entschieden, dass wir das jetzt haben wollen.

Mit anderen Worten: wenn wir also immer das Unterbewusstsein entscheiden lassen, werden wir zwar überleben und viele kleine Momente von kurzfristigen Glück erfahren, aber wir werden uns nicht weiterentwickeln!

Wir müssen es also schaffen, öfters mal den Autopiloten auszustellen.

Und das geht indem wir lernen Achtsam zu sein.

Die Intelligenz des Unterbewusstseins + bewusste Achtsamkeit = bessere Entscheidungen


Die besten Voraussetzungen schaffen

Egal ob groß oder klein, bewusst oder unterbewusst, die besten Entscheidungen trifft man, wenn die richtigen Voraussetzungen geschaffen wurden.

Um also Achtsamkeit zu trainieren und gute Entscheidungen treffen zu können, frage dich:

  • Bin ich in einer guten mentalen Form? Habe ich gerade andere Sorgen und kann daher nicht klar denken?
  • Bin ich emotional stabil?
  • Bin ich in einer guten physischen Form? Ist mein Körper gesund? Bin ich ausgeschlafen?
  • Hab’ ich genug getrunken?

Sobald unser Körper nämlich irgendeiner Bedrohung – ob nun physisch oder psychisch – ausgesetzt ist, springt unser Lebenserhaltungstrieb, der Survival Mode, an und unsere Unterbewusstsein übernimmt die Kontrolle. Denn dann müssen so viele Informationen von unserem Gehirn gleichzeitig verarbeitet werden, dass es die Kapazität unseres Bewusstseins übersteigt.

Ohne die Hilfe des Unterbewusstsein würden wir wahrscheinlich schlicht wahnsinnig werden”

Einer der mächtigsten Komplizen des Unterbewusstsein ist zeitlicher und psychologischer Druck, auch Stress genannt.

Aber auch wer z.B. am Tag zuvor zu viel gefeiert hat, wird sich am nächsten Tag wohl eher für die Pizza als irgendetwas Gesundes entscheiden. Unser Unterbewusstsein kennt kein gut oder schlecht, gesund oder ungesund, aber es weiß, was uns kurzfristig glücklich macht. Die Müdigkeit versetzt uns in den Autopiloten und der fliegt immer den Weg des geringsten Widerstandes.

Deine körperliche und mentale Gesundheit bildet damit die Grundvoraussetzung für Achtsamkeit. Und Achtsamkeit ist der Grundstein für mehr bewusste Entscheidungen.


Wie trainiere ich Achtsamkeit?

Das Thema Achtsamkeit ist eigentlich zu groß, um es nur als Unterpunkt in diesem Artikel anzusprechen. Es gibt ganze Bücher und tagelange Workshops zum Thema Achtsamkeit.  Die klassische und wohl effektivste Art Achtsamkeit zu trainieren, ist Meditation in deinen Alltag zu integrieren. Dafür kannst du z.B. verschiedene Apps wie Headspace oder Calm (um nur zwei zu nennen) benutzen, die dir den Start erleichtern. Meditation ist viel mehr als einfach nur “nichts zu denken”, sondern es hilft die Gegenwart bewusster und intensiver zu erfahren.

Welche Vorteile Meditation noch hat,  kannst du in diesem Artikel genauer nachlesen!

Wer nicht wirklich viel für Meditation übrig hab, kann aber auch mit diesen einfachen Methoden mehrmals am Tag Achtsamkeit üben:

  • Bewusstes Atmen: Nimm dir eine Minute Zeit und achte dabei einfach nur auf deinen Atem. Atme ganz intuitiv weiter oder nimm ganz bewusst tiefe Atemzüge. Je nachdem was sich gut anfühlt und wo du gerade bist. Versuche dabei wirklich eine Minute lang dich nur darauf zu konzentrieren, wie sich die die Luft in deiner Nase und deiner Lunge anfühlt und wie sich dein Körper dabei entspannt.
  • Auch Gerüche können uns achtsam für den Moment machen. Ätherische Öle sind dabei z.B. ganz hilfreich. Ätherisches Pfefferminzöl und ätherisches Orangenöl eignen sich dafür sehr gut. Einfach je ein Tropfen in die Hand geben, vermischen und die Hände vor das Gesicht halten, dann 5 mal tief ein- und ausatmen (Vorsicht, nicht auf die Gesichtshaut und besondern nicht in die Augen bekommen). Achte darauf, was mit deinem Körper passiert, während die Düfte deinen Geruchssinn stimulieren.
  • Der Bodyscan: dauert auch nur 1 – 2 Minuten, wir fangen in den Zehen an. Gehe einmal in Gedanken in deinen rechten oder linken Zeh und versuche ihn ganz bewusst zu spüren. Dann nimm den anderen Zeh dazu. Und so gehst du nun deine ganzen Körper in Gedanken nach oben, als würdest du deine Beine, deine Bauch, Oberkörper, Arme und Kopf scannen. Ende mit dem Punkt in der Mitte deiner Stirn und versuche dein bewusstes Empfinden dort so lange wie möglich zu halten.

Mit diesen drei Übungen holst du dich mehrmals am Tag aus deinen Gedanken in die Gegenwart und dein bewusstes Denken zurück und es wird dir von Tag zu Tag leichter fallen, deinem unterbewussten Handeln weniger Power zu geben.

Ein ganz wundervolles Buch zum Thema Achtsamkeit ist “Jetzt” von Eckart Tolle, das du hier auf Amazon* finden kannst.

Jetzt wissen wir also wie wir es schaffen können, die Summe an vielen kleinen Entscheidungen bewusster zu beeinflussen. Aber wie sieht es mit den großen Entscheidungen im Leben aus?

Hier ist es wichtig einen Nordstern zu haben, an dem du dich in jeder Situation ausrichten kannst, wenn du dich verloren fühlst.


Kenne deine Werte

Um gute Entscheidungen treffen zu können, ist es wichtig, Werte in deinem Leben zu definieren, nach denen du dich richtest. Wenn du deinen Werten immer oberste Priorität gibst, wird dich das langfristig immer in die richtige Richtung gehen lassen.

“Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?‘ ‚Das hängt zum größten Teil davon ab, wohin du möchtest‘, sagte die Grinsekatze. ‚Ach wohin ist mir eigentlich gleich…‘, sagte Alice. ‚Dann ist es auch egal, wie du weitergehst‘, erwiderte die Katze.“

Als ich dieses Konzept zum ersten Mal gehört hab, dachte ich “ja na klar, meine Werte, das ist doch einfach”, doch dann wurde mir bewusst, dass ich meine Werte nie wirklich definiert habe. Die wenigsten Menschen kennen ihre konkreten Werte, aber wenn sie einmal wirklich definiert wurden, kannst du die Richtung deines Handeln immer wieder nach ihnen ausrichten und es wird dir viel leichter fallen, gute Entscheidungen zu treffen, die sich richtig anfühlen.

Es gibt viele unterschiedliche Werte an denen du dich orientieren kannst. Die unterscheiden sich manchmal etwas je nach Situation, aber grundsätzlich solltest du dich auf die zwei Hauptwerte konzentrieren, die die grobe Richtung angeben.

Einer meiner wichtigsten Werte nach denen ich leben möchte ist Gesundheit. Bei Entscheidungen die ich zu treffen habe, frage ich also nun immer, welche Variante der potentiellen Möglichkeiten diesem Wert wohl eher entspricht. Dein Wert könnte z.B. auch Freiheit sein – dementsprechend müsstest du dich dann also fragen, wie abhängig die Entscheidung dich machen würde.

Wenn du dich jetzt fragst, wie das ganz konkret aussehen kann, anhand deine Werte die beste Entscheidung für dich zu treffen, haben wir hier den passenden Werkzeugkoffer für dich. Wir haben für dich ein “Entscheidungsrad” das “Wheel of Decisions” entwickelt, dass dir über eine ganz besondere Art der Visualisierung deiner Werte im Kontext deiner Entscheidung hilft, die beste Variante für dich auszuwählen.


Hier geht’s zum Wheel of Decisions

Entscheidungen schnell und mit einem guten Gefühl treffen zu lernen, ist wohl einer der unterschätztesten Fähigkeiten. Wenige Dinge sind so anstrengend und zermürbend, wie das Gefühl eine wichtige Entscheidung vor sich herzuschieben.

Aber wenn wir immer nur andere Menschen oder das Schicksal für uns entscheiden lassen, werden wir in in den seltensten Fällen dort angekommen, wo wir hinwollen.

Wenn du selbst keine Entscheidung triffst, wird sie für dich getroffen”

Du möchtest noch mehr über das Thema “Gute Entscheidungen treffen” erfahren und vor allem darüber, warum wir öfter besser auf unser Bauchgefühl hören sollten? Dann haben wir hier 2 Buchempfehlungen für dich:


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Photo by Jack Antal on Unsplash


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