Finanzielles Bewusstsein schaffen: 6 Konten für deine finanzielle Freiheit


Wir alle kennen das. Der Tag, an dem dein Gehalt oder eine dicke Rechnung deines letzten Auftrags auf dein Konto flattert. Der Monat verfliegt, wir geben dies und das aus, hier eine Amazon-Bestellung, da ein Wochenendbesuch im Shopping-Center oder ein „kleiner“ Drogeriemarkt-Einkauf (der mal wieder absolut ausgeartet ist). Wir verlieren den Überblick über unsere Ausgaben – der Monat ist noch nicht mal richtig um, und wir sind gerade froh noch über die Runden zu kommen und zählen schon die letzten Tage bis zum nächsten Geldeingang. Und das Ersparte... nunja, leider ist die letzte große Sparsumme für die geplante Traumreise, eine Fortbildung oder ein neues Auto drauf gegangen. Wir fangen wieder bei 0 an. Das demotiviert. Ungemein!

Je mehr Geld wir bekommen, desto mehr geben wir auch aus. Das ist Gesetz.

Wir passen unseren Lebensstandard immer wieder – unbewusst – jeweils an unserem neuen Einkommen an. Die Wohnungen werden größer, die Autos schneller, die Qualität unserer Nahrung steigt stetig, das Fitnessstudio wird exklusiver und warum Billigklamotten, wenn man sich auch Marke leisten kann?

Das Parkinsonsche Gesetz besagt, dass, egal wie viel ein Mensch verdient, er dazu neigt, alles wieder auszugeben und sogar etwas darüber hinaus. Seine Ausgaben steigen proportional zu seinem Einkommen.

Du kannst so viel verdienen wie du willst – wenn du dir kein finanzielles Bewusstsein schaffst, wirst du niemals aus diesem Konsumwahn entkommen und finanziell frei und unabhängig sein. Es muss also eine Strategie her, welche dir hilft, deine Konsumausgaben zu kontrollieren und dein Vermögen nicht zu verlieren. Finanzexperten wie Bodo Schäfer und Philipp J. Müller schwören darauf und können bestätigen, dass diese Methode wirklich funktioniert! Diese lautet:

 

Teile dein Geld monatlich auf 6 Konten auf

Hier am Beispiel von einem Einkommen/Gewinn von 2.000€ netto im Monat:

Konto 1: Ausgaben zum Leben (50%) = 1.000€

In diesen Topf fallen alle monatlichen Ausgaben, die du zum Leben brauchst. Hierzu zählen nicht nur Miete, Essen, Versicherungen (KFZ, Haftpflicht, Krankenversicherung bei Selbständigen), Spritkosten, Fahrkarten, Internet- und Mobilfunk Rechnungen, sondern auch dein Fitnessstudiovertrag und Beiträge für Sportvereine.

Konto 2: Weiterbildung (10%) = 200€

Investiere monatlich 10% in dich selbst. Dies ist dein Budget für deine persönliche Weiterbildung und Entwicklung. In diesen Topf fallen also: Bücher, Seminare (online und offline), Weiterbildungen, Events und die Bezahlung deines Life Coaches oder Mentors.

Konto 3: Spaß & Luxus (10%) = 200€

Dieser Topf ist unwahrscheinlich wichtig für deine mentale Gesundheit und Zufriedenheit. Von diesem Geld darfst du dir gerne Designerklamotten, deinen Traumurlaub oder einen Besuch in einem richtig teuren Restaurant gönnen (wo du einfach mal nicht auf den Preis schaust).

Konto 4: Sparen für größere Anschaffungen/Puffer für Notfälle (10%) = 200€

Manchmal ereignen sich Dinge im Leben, die sind einfach nicht planbar. Um für solche Situationen gerüstet zu sein, ist es wichtig, ein Konto für unvorhersehbare Ausgaben zu haben. Ein guter Richtwert: mindestens 3 Nettogehälter sollten dieses Konto füllen. Egal ob Angestellter oder Selbständiger – diesen Puffer sollte sich jeder ansparen.

Auch im Falle, dass sich dein altes Auto oder deine Waschmaschine verabschiedet oder ein Umzug bevorsteht, hilft dir dieses Konto solche Situationen gut überstehen zu können.

Konto 5: Sparen für die finanzielle Freiheit (10%) = 200€

Dieser Topf dient dem bedingungslosen Sparen. Sobald du deinen Dauerauftrag eingerichtet hast, rührst du diesen Topf am besten auch gar nicht mehr an. Ziel ist es, so lange zu sparen, bis du von der angesparten Summe in Immobilien, Aktien etc. investieren oder von den abspringenden Zinsen deinen Lebensunterhalt finanzieren kannst.

Konto 6: Spenden (10%) = 200€

Es ist eine schöne und dich selbst glücklich machende Geste an die Welt, ein Spendenkonto einzurichten, von welchem monatlich ein Teil deiner Einnahmen an Menschen und Organisationen in Not gespendet werden. Du wirst sehen: sobald du anfängst zu geben, wird dir im Laufe der Zeit ein Vielfaches wieder zurückgegeben.

 

 

Was, wenn meine Kosten zum Leben allein schon 95% meiner Ausgaben ausmachen?

Fange klein an. Selbst wenn du nur einen Euro monatlich auf dein Spar- und/oder Spendenkonto einzahlen kannst, ist dies immerhin der erste Schritt in die richtige Richtung.

Setze dir zum Ziel, deine Einnahmen stetig zu erhöhen.

Bist du an einem Punkt angekommen, an dem du mit deinem Kontenmodell finanziell sehr gut zurechtkommst, dann packe von jeder weiteren Gehaltserhöhung direkt 50% davon auf dein Konto für die finanzielle Freiheit. Die restlichen 50% teilen sich wie im obigen Beispiel beschrieben auf deine 6 Konten auf.

Das Kontenmodell hilft dir ungemein, deine finanzielle Situation wieder in den Griff zu bekommen und gleichzeitig ein finanzielles Bewusstsein zu schaffen.

 

Doch wie setzt du dieses Modell nun am besten um?

Es gibt einige Banken, wie z.B. die Norisbank, welche dir die Möglichkeit bietet, mehrere Unterkonten einzurichten. Weiterhin kannst du dir verschiedene Tagesgeldkonten erstellen (z.B. DKB – Nutzung von 2 Konten gleichzeitig in Form von DKB Cash Girokonto und Kreditkartenkonto) und die Banken je nach günstigem Zinssatz im Hinblick auf deine Sparkonten wechseln (z.B. Renault Konto, INGDiba).

Wem die Erstellung von mehreren Konten zu aufwendig ist, kann seine Finanzen mit Hilfe von Apps virtuell auf verschiedene Konten aufteilen und verwalten und somit besser unter Kontrolle halten. Empfehlenswert sind zum Beispiel “Haushaltsbuch MoneyControl” (iOS und Android), “Finanzblick” (iOS und Android) sowie “Meine Finanzen” (Android).

Mit welchen Tools & Apps managst du deine Finanzen? Schreibe deine Tipps in die Kommentare!

 

Photo by Mirza Babic on Unsplash


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