Wenn Hunger nicht das Problem ist, ist Essen nicht die Lösung – Emotionaler Hunger


Passiert dir das auch des öfteren, plötzlich stehst du vorm Kühlschrank und weißt gar nicht mehr, wie du eigentlich da hingekommen bist?

 

Willkommen im Club der emotionalen Esser. Das ist allerdings kein exklusiver Club, wir alle essen mehr oder weniger aus emotionalen Gründen. Wenn wir uns für etwas belohnen wollen, wenn wir Liebeskummer haben usw.

Emotionaler Hunger wird allerdings dann zum Problem, wenn wir die Kontrolle über unser Essverhalten verlieren.

Interessanterweise wissen viele Menschen gar nicht, daß sie emotionale Esser sind. Ich wusste es lange Zeit nicht, ich dachte ich hätte einfach nur mehr Hunger und weniger Disziplin als meine Freunde.

 

Was genau bedeutet “emotionaler Hunger”?

Im Gegensatz zum physischen Hunger, bei dem darum geht, deinen Körper am Laufen zu handelt, ist der emotionale Hunger eine Kopplung von Emotion und Essen. Essen macht hier nicht nur satt, Essen beruhigt, lenkt dich von schlechten Gefühlen und kann eine Leere füllen, die du vielleicht empfindest.

Hier geht es allerdings nicht um das sog. Frustfressen, bei dem wir uns bei akuten Problemen wie z.B. Liebeskummer einen Eimer Eis reinhauen, emotionales Essen ist vielmehr ein festgefahrenes Verhalten, es ist wie ein Droge, die wir brauchen, um uns besser zu fühlen.

Essen dient hier als Ersatz, z.B. Liebe oder eine Sinnhaftigkeit, das ist von Person zu Person unterschiedlich.

 

Warum passiert emotionaler Hunger?

Als Kinder essen wir alle noch intuitiv, doch im Laufe des Erwachsenwerdens verlernen wir es. Unser Gehirn fängt an, Emotionen an Ereignisse zu knüpfen, es lernt und grundsätzlich ist das eine überlebenswichtige Funktion. Gab es z.B. immer Popcorn zu einem Film, löst Popcorn auch heute noch in dir positive Gefühle aus, bist du mit einer Tüte Popcorn hingegen mal die Treppe runtergefallen, verknüpfst du den Geschmack von Popcorn mit den Schmerzen und magst wahrscheinlich kein Popcorn mehr.

Wir sind konditioniert, vielen Dank liebes Steinzeitgehirn.

 

Die Seele hat leider kein Sättigungsgefühl 

 

Genau das ist allerdings das Problem beim emotionalen Essen. Da wir nicht aus physischem Hunger essen, hören wir auch nicht auf, wenn wir satt sind, wir essen bis es uns wortwörtlich oben wieder rauskommt.

Emotionales Essen ist häufig ein kompletter Kontrollverlust.

Man gerät in eine Abwärtsspirale.  Ich fühle mich z.B. hässlich und nicht geliebt, also versuche ich diese Emotion mit Essen zu kompensieren, was dazu führt, dass ich mich noch hässlicher fühle, weshalb ich wieder esse usw.

Manchmal schafft man es aus der Spirale auszubrechen, in dem man mit viel Disziplin sein Gehirn austrickt, doch das hält meistens nur für ein paar Tage, ein paar Wochen. Gegen sich selbst zu kämpfen, kostet sehr viel Kraft.

Denn es ist nicht das Fehlen von Disziplin, das uns zum Essen verleitet, das Problem liegt tiefer und genau da müssen wir ansetzen.

Aber zunächst müssen wir wieder den Unterschied zwischen physischen und emotionalen Hunger kennen.

 

Bist du wirklich hungrig, weisst du noch wie sich Hunger anfühlt?

 

Unterschied zw. physischen und emotionalen Hunger:

Emotionale Esser müssen also andere Wege finden, mit ihren Emotionen umzugehen. Doch wissen wir manchmal gar nicht ob der Hunger noch physisch oder emotional ist, der Grenzen verschwimmen.

Unterschied zw. physischen und emotionalen Hunger:

 

  • Emotionales Hunger kommt sehr plötzlich, physischer Hunger dagegen ist eher ein langsam ansteigendes Gefühl.

 

  • Während du bei physischen Hunger eher zu wirklich nährenden und sättigenden Nahrungsmitteln greifst, verlangt dein Gehirn bei emotionalem Hunger nach sogenannten Feel-Good-Food, also Essen, das dich glücklich macht und meisten ungesund ist.

 

  • Echten physischen Hunger fühlst du in deinem Magen, der vielleicht knurrt, emotionalen Hunger hingegen ist ein wirklich starkes Verlangen nach Essen in deinem Kopf, du kannst an nichts anderes mehr denken.

 

Was kannst du gegen emotionalen Hunger tun, um wieder zu einem gesunden Hungergefühl zurück zu finden?

 

  1. Beobachte dich! Welche Emotionen lösen das vermeintliche Hungergefühl bei dir aus? Wenn du dich alleine fühlst oder überfordert, gestresst? Wenn du gelangweilt bist?

Langeweile ist bei vielen Menschen einer der größten Auslöser für emotionales Essen. Langeweile löst bei Erwachsenen eine Gefühl der Sinnlosigkeit und Leere aus, eine Leere, die versucht wird, mit Essen zu “füllen”.

 

  1. Wenn du nun also weißt, in welchen Situationen du essen willst, geht es an die Umkonditionierung. Wir müssen also versuchen, die Verbindung zwischen den Gefühl und Verlangen nach Essen in deinem Kopf zu trennen.

 

Das könnte dann so aussehen: Sei aufmerksam, nehme bewusst wahr, wie es dir geht. Du fühlst dich gerade etwas überfordert, jetzt kommt der “Hunger”. Frage dich, ist der Hunger echt oder nur in meinem Kopf? Ja, er ist nur im Kopf, Problem erkannt.

Anstatt jetzt etwas zu essen, mache ganz bewusst etwas anderes, das dich glücklich macht.

Ein paar Vorschläge:

  • wenn du dich alleine fühlst, ruf jemand an oder schreibe jemanden
  • wenn du dich gelangweilt fühlst, lese ein gutes Buch oder lerne etwas Neues
  • wenn du überfordert bist, mach dir einen schönen Tee oder lass dir ein Bad ein
  • wenn du nervös bist, mach dein Lieblingslied an und tanze

Oder meditiere. Mich bringt Meditation immer in die Kontrolle zurück, wenn mein Steinzeitgehirn mal wieder versucht, mich zu überlisten.

 

  1. Trainere bewusstes Essen

Dadurch, daß emotionales Essen automatisch und unkontrolliert passiert und wir meistens gar nicht mitbekommen, daß die Tüte Chips schon leer ist, ist es wichtig, das Essen ganz bewusst wahrzunehmen.

 

  • Schaue kein Fernseh oder Netflix und lege dein Handy außer Reichweite beim Essen, esse langsam und genussvoll, konzentriere dich auf den Geschmack und die Textur deines Essens.
  • Jetzt versuche einmal, während des Essens innezuhalten, zu pausieren, für 1- 5 Minuten, je nachdem wieviel du schaffst.
  • Fühle in dieses Minuten in dich hinein, spüre wie es dir geht, welche Emotionen gerade in dir sind, wie sich dein Körper anfühlt.
  • Wenn du jetzt weiter essen möchtest, dann tue das, aber jetzt passiert es nicht mehr unkontrolliert, sondern du verstehst nach und nach, warum du es tust.

 

Du bist nicht machtlos gegen das emotionale Essen, doch es ist ein längeren Prozess, die Konditionierung in deinem Gehirn zu durchbrechen. Es wird Rückschläge geben, doch mit dem oben genannten Schritten, kannst du dir die Kontrolle wieder zurückholen.

Mir persönlich hat die Überschrift dieses Artikels immer sehr geholfen, wenn sich emotionaler Hunger angebahnt hat, habe ich mich immer gefragt: Ist Hunger denn das Problem? Nein? Dann ist Essen auch nicht die Lösung!

 

Halte durch!


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