Coaching Business: Wie du mit Content-Marketing neue Kunden gewinnen kannst


Wenn du noch nicht in der glücklichen Lage bist, dass deine Coachees dir die Tür einrennen, dann hast du dich bestimmt schon nach Marketing-Methoden umgesehen – und bist dabei vielleicht auch über den Begriff „Content-Marketing“ gestolpert. Klingt ja auch erst mal toll: Du schreibst Artikel über das, was du weißt, und schon nehmen andere dich als Experten wahr und wollen bei dir Termine buchen. Prima, oder?

Du ahnst es schon: Ganz so leicht ist es dann doch nicht. Denn früher oder später tappst du in eine der 5 Fallen, die Coaches davon abhalten, mit Content-Marketing wirklich neue Kunden zu erreichen. Wie gut, dass du diesen Artikel gefunden hast – ab heute steigst du aus diesen Fallen aus!


1. Die Überforderungsfalle

“Sichtbarkeit“ ist das Zauberwort. Du hast nach wochen- oder monatelanger Arbeit endlich deine Website fertig und stellst nun fest, dass du einen Blog dazu anlegen solltest. Oder vielleicht doch gleich einen Podcast? Einen YouTube-Kanal sollte man ja heute sowieso haben. Und was ist eigentlich mit Facebook, Instagram und Co. …?

Wenn es dir geht wie vielen beginnenden Coaches, dann überfordern dich diese Gedanken dermaßen, dass du dir höchstens noch alle drei Wochen mal einen Facebook-Post rausquetscht und dann für den Rest des Monats erschöpft bist. Willkommen in der Überforderungsfalle!

UNSER TIPP: Konzentriere dich am Anfang auf einen einzigen Kanal. Du kannst dich zum Beispiel für Facebook entscheiden, eine SEO-Website aufbauen oder einen Blog schreiben – ODER, nicht UND. Denn Content-Marketing funktioniert nur, wenn du über längere Zeit auch regelmäßig immer wieder neuen Content (d. h. neuen Inhalt) produzierst. Da bist du mit einem Kanal schon gut bedient!

Welcher Kanal passt zu mir? 

Gute Frage! Versuche, einen Kanal zu finden, der die Schnittmenge aus zwei Dingen ist:

  • einem Medium, an dem du Spaß hast
  • einem Medium, auf dem deine Zielgruppe unterwegs ist

Sprich: Wenn du dich auf Videos noch so gar nicht sehen kannst (das solltest du allerdings üben!), dann ist ein YouTube-Kanal am Anfang nicht die richtige Wahl. Und wenn du Coach für Senioren bist, dann denkst du vielleicht über Twitter noch mal nach. 😉 Ein Medium, das beide Bedingungen erfüllt, ist der perfekte Startpunkt für dein Content-Marketing.


2. Die „Ich hab nichts zu sagen“-Falle

Diese Falle entdeckst du spätestens, wenn du das erste Mal vor der weißen Seite (oder dem blinkenden Cursor) sitzt. Plötzlich scheint jedes Wort eine einzige Hochstaplerei zu sein: Wer bist du denn, dass du meinst, zu diesem Thema was zu sagen zu haben?

Entspann dich – das ist ein gutes Zeichen! Das sogenannte „Hochstaplersyndrom“ (das gibt’s wirklich!) bewahrt dich davor, überheblich und besserwisserisch zu werden. Es bringt dich dazu, dich selbst kritisch zu hinterfragen und immer besser zu werden. Allerdings: Aufhalten lassen solltest du dich davon nicht. Das ist übrigens ein Coaching-Thema. 🙂

Wahrscheinlich ist vieles, was dir selbstverständlich scheint, für deine potenziellen Kunden sehr interessant. Du kannst zum Beispiel Content entwickeln aus:

  • persönlichen Erlebnissen und Geschichten
  • theoretischem Wissen über dein Fachgebiet
  • Erfolgsgeschichten deiner Kunden
  • Empfehlungen von Büchern, Filmen etc. zu deinem Coaching-Thema
  • Umfragen und Diskussionsthemen
  • Anekdoten darüber, wie du schon mal jemandem helfen konntest
  • Tipps & Übungen
  • etc.

Merke dir diese Regel: Entscheide nicht für deine Leser, was sie interessant finden. Deine Aufgabe ist es, zu schreiben – sie entscheiden, ob sie das spannend finden.



3. Die Fachsprachenfalle

Du weißt, was du sagen willst, doch plötzlich stehen auf deiner Seite Sätze wie: „Aufgrund meiner fundierten Ausbildung bin ich in der Lage, systemische Prozesse zu nutzen, um lösungsorientierte Impulse zu setzen“ – whaaat?! Wenn deine Muse (der tolle, wilde, kreative Teil in dir) wach ist, dann wird sie spätestens jetzt darum bitten, frühzeitig die Veranstaltung verlassen zu dürfen.

Gerade Coaches verfallen häufig in Fachsprache, die nicht nur unglaublich unnatürlich klingt, sondern von den Lesern oft auch gar nicht verstanden wird. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass „man“ Fachsprache schreiben muss, um „professionell“ und „kompetent“ zu wirken. (Hey, liest du noch? Wie viel Fachsprache hab ich bisher in diesem Artikel verwendet?)

Deswegen: Trau dich, so zu schreiben, wie du sprichst. Stell dir vor, dein Kunde wäre ein Freund von dir – total auf Augenhöhe, ihr beide ganz entspannt. Wie würdest du mit ihm sprechen? Was würdest du ihm sagen? Welche Tipps würdest du ihm geben? Diese Fragen sind auch für deine Texte eine tolle Grundlage.


4. Die „Cross your fingers“-Marketing-Falle

Du hast drei Posts auf Facebook gemacht, deine Website ist auch im Netz – jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Kunden kommen, oder?

Na ja, wenn das die Frage ist, dann lautet die Antwort: Lange. GANZ lange. Denn von drei Facebook-Posts und einer kleinen Website kommt noch gar nichts. „Cross your fingers“-Marketing ist die Art von Marketing, bei der du ohne Plan und Strategie etwas tust (weil du irgendwo gehört hast, dass es gut ist) und dann hoffst, dass es irgendwie funktionieren wird.

Content-Marketing braucht drei Dinge:
  1. Zeit
  2. Qualität
  3. Regelmäßigkeit

Das bedeutet: Egal ob du dich für einen Blog, neue Artikel auf deiner Website oder Posts auf Facebook entschieden hast, du musst dranbleiben. Ein wöchentlicher Blog oder mindestens drei Facebook-Posts pro Woche sind eine gute Orientierung. Auf Instagram sollte es schon eher täglich sein. Und wenn du auf deine Website setzt, dann sollte diese suchmaschinenoptimiert sein – und deine Texte sollten Keywords enthalten. (Wenn du nicht weißt, wie das geht: Keine Panik, wir beraten dich gern dazu.)

Klingt das anstrengend? Das muss es nicht sein. Vielmehr geht es darum, eine Routine aufzubauen. Ich mache mittlerweile z. B. jeden Morgen, gleich wenn ich anfange zu arbeiten, zwei Facebook-Posts und stecke sie in meine Queue auf Buffer. Dort werden sie dann über die nächsten Tage ausgespielt und ich muss gar nicht mehr darüber nachdenken.

Wie man eine gute Routine aufbaut? Das weißt du als Coach bestimmt besser als ich.


5. Die Quantität-über-Qualität-Falle

Die Notwendigkeit von Regelmäßigkeit, von der ich in Punkt 4 gesprochen habe, führt dazu, dass viele Coaches anfangen, ziemlich sinnloses Zeug zu posten – oft, weil sie gesehen haben, dass andere das auch so machen. Das ist leider noch lange keine Garantie dafür, dass es gut ist.

Der Klassiker sind zum Beispiel Zitate mit einem schönen Bild. Klar, das geht schnell – aber wie oft hast du schon ein Angebot von jemandem gekauft, nur weil der ein schönes Zitat gepostet hat? Genau. 🙂 Denke immer daran: Jeder einzelne Text, den du schreibst, könnte der erste Kontakt zu einem neuen Kunden sein. Du entscheidest, was der Leser aus diesem ersten Kontakt mitnimmt: ein schönes Zitat – oder so viel Wert, dass er wissen will, wer du bist und was du machst?

Du hast bestimmt gehört, dass Content-Marketing dabei helfen kann, dich als Experten zu positionieren. Dazu darfst du dich aber auch als Experte zeigen – mit Inhalten, die ein Experte teilen würde (#ZitateKannJeder). Und wenn du dich jetzt überfordert fühlst, hier noch ein schneller 5-Schritte-Plan, wie du mit deinem Content-Marketing starten kannst:

  1. Atme! Und dann entspann dich und lies weiter. 🙂
  2. Mach ein Brainstorming zu allen Themen, die a) dich interessieren und b) für deine Kunden interessant sein könnten.
  3. Ordne diese in 3–5 Kategorien.
  4. Plane für die kommende Woche einen Text pro Kategorie.

Geh mit Disziplin und Willenskraft an die Sache, schreib deine Texte – und wiederhole für die nächste Woche. 


Viel Spaß bei der Umsetzung und viel Erfolg für dein Content-Marketing! 

Deine Rabea von mooleos

PS: Dieser Artikel ist Content-Marketing – wer hätte das gedacht? 😀

Unsere Gastautorin Rabea Scholz ist Texterin für Coaches und Leiterin von mooleos, der ersten und bisher einzigen Textagentur, die sich auf Marketing-Texte für Coaches spezialisiert hat. Alle Autorinnen im mooleos-Team haben Erfahrung im Coaching-Bereich und schreiben herzliche, persönliche und authentische Marketing-Texte für ihre Coaches – Werbung, die verkauft, ohne zu nerven.


Photo by Kinga Cichewicz on Unsplash